Archiv für Soziale Plastik | Part I

Archiv für Soziale Plastik | Part 1

Ausstellung, Installationen, Intervention, Skulptur

Archiv für Soziale Plastik | Part I | 12.10.2015 | Zeppelin Universität Friedrichshafen

Anfang der 1970er-Jahre fand sich in Achberg im Allgäu eine Gruppe von Sozialwissenschaftlern, politischen Aktivisten, Lehrern, Designern und Künstlern zusammen, die unter dem Begriff »Der Dritte Weg“« nach alternativen Gesellschaftsmodellen suchten. Hier wurden bis heute wirksame gesellschaftliche Impulse entwickelt und dabei erarbeitete Joseph Beuys sein Konzept des erweiterten Kunstbegriffs.

Archiv für Soziale Plastik | Part I

Die vom Verleger Rainer Rappmann in einem für die deutsche Nachkriegsgeschichte wichtigen Archiv über Jahrzehnte dazu gesammelten Materialien dokumentieren jene politische Aufbruchsstimmung der 1970er- und 1980er-Jahre, die im Umkreis der »Free International University« bzw. der künstlerischen und gesellschaftspolitischen Aktivitäten von Joseph Beuys herrschte. Diese Dokumente präsentiert das mehrjährige Projekt in einer Aufarbeitung durch den Künstler Christof Salzmann, der mit einer Archivstruktur zur aktiven Nutzung einlädt.

Im Fokus der Archivpräsentation steht die Analyse des Geld-, Kapital- und Wirtschaftsbegriffs von Joseph Beuys. In seinen zahlreichen Werken und Stellungnahmen spielen jedoch klassische Wirtschaftstheorien eine untergeordnete Rolle; vielmehr verstand Beuys das kreative Gestaltungspotential eines jeden Menschen als Grundlage für eine gerechte und nachhaltige Wirtschaftsgestaltung. Um seine alternativen Ideen von gängigen Theorien und Diskursen abzusetzen, entwickelte er stetig neue Begriffsfelder und Denkfiguren, die an vielen Stellen Eingang in das Archiv gefunden haben.

Das »Archiv für soziale Plastik« ist als mehrjähriges Projekt angelegt und entfaltet sich in Form von Ausstellungen, Lecture Performances, Seminare, Symposien und Workshops im Rahmen des artsprogram. Das Archiv wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln des »Innovationsfonds Kunst 2015« gefördert

Ulrike Shepherd | artsprogram | Zeppelin Universität Friedrichshafen