Krise! Welche Krise? | auf#07 | Medium für Zwischenfragen

Krise! Welche Krise?

Edition, Fotografie, Magazin, Text

»Krise! Welche Krise?« | Medium für Zwischenfragen #07
Zeppelin Universität Friedrichshafen | Erscheinungstermin: 12.10.2015

Ein Leben im ständigen Krisenmodus und Ausnahmezustand, lediglich die Krisenherde wechseln Ort und Temperatur. Ist an einer Stelle nach langwierigen Bemühungen eine Lösung in Sicht, entwickelt sich eine weitere Krise an anderer Stelle. Dabei ist klar, alle Krisen hängen irgendwie zusammen: Die Megametakrise – ganz ohne Weltverschwörungspathos.

Krise! Welche Krise?

Die siebte Ausgabe des Magazin für Zwischenfragen widmet sich dem globalen Krisengeschehen. Gleichzeitig nimmt sie die lokalen Auswirkungen in Augenschein und stellt ernüchtert fest: Die Krise ist auch in der Peripherie angekommen. Doch auch dort stirbt die Hoffnung zuletzt und bis dahin versuchen sich alle in der Krise hübsch einzurichten: Wohnwägen werden ihrer Mobilität beraubt und hinter Gartenzäunen eingepflegt, Gewächshäuser, vom Winde verweht, entwickeln skulpturale Qualitäten und Blumen wachsen auf Beton. Bleibt festzustellen: Wir stecken alle in der Krise! Was nicht heisst, dass es sich nicht lohnt genau hinzuschauen und die Ursachen und Abhängigkeiten genau zu benennen. Mit scharfen Worten, schneidenden Sätzen, geschliffenen Texten und poetischen Bildern.

»Gemeinsam mit dem Fotografen Jean-Marc Delettre zeigt Christof Salzmann auf, dass Krisen nicht nur sichtbar werden in Superlativen und urbanen Zusammenhängen, sondern bei genauerer Betrachtung auch in einer ländlichen Peripherie. Die Aufnahmen sind dabei unverfälscht, realitätsnah, unmittelbar und greifbar – Weißraum ermöglicht ihnen zu atmen und entnimmt sie dem unmittelbaren Zugriff durch den textlichen Kontext. Die Bildunterschriften leiten sich ab aus den konkreten Inhalten und ermöglichen eine weitere Aussage zum eigentlich Dargestellten. Durch die gemeinsame Intervention entsteht so eine sich gegenseitig ergänzende Koexistenz.«

Auszug aus: Medium für Zwischenfragen #07, S.3, Editorial, Prof. Dr. Insa Sjurts, Zeppelin Universität | Medium für Zwischenfragen

Unser „Medium für Zwischenfragen“ ist ein special interest-Medium, das als monothematisches Wissensmagazin einmal jährlich erscheint und eine Mischung aus intelligent trivialisierten Originalbeiträgen von Wissenschaftlern der ZU sowie journalistisch übersetzte Beiträge über Forschung (verschiedene Formen: Interview, Streitgespräch, Reportage etc.) beinhaltet. Die Themenschwerpunkte nehmen die großen gesellschaftlichen Debatten auf, so z.B. „Macht & Mitsprache“, „Positive Distanz“, „Bürger.Macht.Staat?“ und „Fragile Stabilität. Stabile Fragilität“. […]

Das Magazin nimmt die monothematische Form gestalterisch auf, indem jede Ausgabe passend spezifisch in Bild und Verarbeitung einen Schwerpunkt setzt. Mit jeder Ausgabe wechselt der Einband und die Inhalte sind auf Doppelseiten mit den künstlerischen Beiträgen durchgängig verbunden. Als Infrastruktur bietet es so, neben der Funktion als Informationsmedium, auch Raum für visuelle Explorationen und Experimente. Die visuellen künstlerischen Elemente im Magazin sind Teil der Beiträge aus der Forschung und haben als solche den Auftrag, ein kritischer ästhetischer Beitrag zu diesen zu sein – eben nicht einfach Illustrationen oder Ornamente.

Das Magazin folgt so dem Prinzip der ZU, die Künste prominent und auf Augenhöhe in den akademischen Lehr- und Forschungsbetrieb zu integrieren. Dabei sieht es die Konzeption vor, dass das Magazin selbst Untersuchungsobjekt ist und Fragen der Kommunikation, Informationsaufbereitung und Erkenntnisarbeit in Print und an der Schnittstelle zu Non-Print untersucht werden.

Medium für Zwischenfragen | Zeppelin Universität | Friedrichshafen | 2015